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Wo liegt der Unterschied zwischen medizinischem Cannabis und Cannabisöl mit CBD?

Wo liegt der Unterschied zwischen medizinischem Cannabis und Cannabisöl mit CBD?

In den 60er Jahren wurde die Cannabispflanze von der UNO in die Kategorie der psychoaktiven Substanzen ohne erkennbaren therapeutischen Wert (bzw. Drogen) eingestuft und somit auch in vielen Teilen der Welt verboten. Cannabis wurde über Jahrtausende in verschiedenen Kulturen als Medizin, psychoaktive Droge und in religiösen und spirituellen Zeremonien verwendet. Mit dem Verbot seines Konsums ist aber dieses kulturelle Erbe verschwunden.

In diesem Bereich ist die Forschung in den letzten 30 Jahren einen langen Weg gegangen. Eigentlich war es das Experimentieren mit Drogen der Jugend in den 70er, einschließlich mit Cannabis, was das Interesse medizinischer Forscher geweckt hatte. Später in den 80er wurde der Wirkstoff THC isoliert und dann in den 90er entdeckte man das Endocannabinoid-System, von hier an ging die Forschung zur therapeutischen Auswirkung von Cannabis aufwärts.

Ob Cannabis als Arzneimittel angesehen werden kann oder nicht, ist heute noch unklar. Selbst unter denen, die festgestellt haben, dass die Pflanze therapeutische Eigenschaften hat, wird immer noch darüber diskutiert, welche Cannabis-Formen als Arzneimittel betrachtet werden könnten. Dieser Artikel befasst sich mit der Debatte über medizinisches Cannabis, der Begriffserklärung „medizinisches Cannabis“ und dem Unterschied zum Cannabisöl mit CBD.

 

Was ist medizinisches Cannabis?

Im Rechtsbereich ist keine genaue Definition von medizinischem Cannabis vorhanden, auch keine Erklärung, die den Unterschied zu anderen Cannabisprodukten klar stellt. Der Hauptunterschied zwischen den beiden besteht allerdings darin, dass medizinische Produkte von den Herstellern (und deren Labors) genehmigt werden müssen, bevor sie vermarktet werden können. Dies erfordert klinische Evidenz, die die Sicherheit, Wirksamkeit und das Nichtvorhandensein von schwerwiegenden Nebenwirkungen des Produkts belegen.

Dass Cannabis illegal ist, mag jetzt verwirrend und unverständlich sein, da es schließlich sicher und wirksam ist und außerdem keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hervorruft, wie es sogar die WHO vor etwas mehr als einem Jahr bestätigte. Leider sorgt die Erklärung dazu für große Frustration unter den Patienten, die es aufgrund seiner medizinischen Eigenschaften verwenden.

Damit ein Produkt als Arzneimittel vermarktet werden kann, ist die Genehmigung der zuständigen Behörden erforderlich (in jedem Land, in dem das Produkt verkauft werden soll). Wie bereits erwähnt, sind für die Arzneimittelzulassung klinische Studien notwendig, um bestätigen zu können, dass das Produkt ordnungsgemäß funktioniert und für den Patienten keine Gefahr darstellt. Aber diese Tests sind nicht gerade billig. Tatsächlich belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für die Prüfung der Wirksamkeit und Sicherheit eines Medikaments auf 67 Millionen Dollar (59 Millionen Euro). Man braucht also viel Geld, um ein Produkt als Arzneimittel zu verkaufen, und Investoren wollen natürlich kein Risiko eingehen. Um zu investieren, brauchen sie einen finanziellen Anreiz, und sie müssen sicher sein, dass sich ihre Investition auch wirklich lohnt. Schließlich würde niemand Aktien eines Unternehmens kaufen, ohne damit Geld verdienen zu wollen. Dasselbe gilt für Investoren im medizinischen Bereich, weshalb sie häufig nur in Produkten investieren, die patentiert werden können, um somit ihre Gewinne sicherzustellen.

Aus diesem Grund gibt es noch keine ausreichenden klinischen Beweise für die therapeutischen Wirkungen von Cannabis – eine Pflanze kann nicht patentiert werden.

 

Zugelassenes medizinisches Cannabis

In vielen Ländern sind einige aus Cannabis hergestellte Produkte bereits als Arzneimittel zugelassen und werden als „medizinisches Cannabis“ bezeichnet. Zu diesen Produkten gehören Cesamet, Marinol, Sativex (auch als Nabiximol bekannt) und Epidiolex. Die ersten beiden werden mit synthetischem Cannabis hergestellt (Cannabinoide werden nicht aus der Pflanze gewonnen, sondern künstlich in Labors erzeugt); die letzten beiden enthalten dagegen Phytocannabinoide (die Wirkstoffe der Cannabispflanze).

Da Cannabinoide entweder synthetisch hergestellt oder für bestimmte Patientengruppen verarbeitet werden, kann der Hersteller die Produkte patentieren – die Pflanze, von der die Wirkstoffe stammen, allerdings nicht.

 

Geld erklärt den „Mangel an klinischer Evidenz“

Die wenigen medizinischen Cannabisprodukte, die als Arzneimittel zugelassen wurden, werden nur von Unternehmen hergestellt, die ihre Lösung patentieren und somit ihre Profite sicherstellen konnten. Um ein Cannabisprodukt als Arzneimittel genehmigen zu können, sind also wichtige Finanzkräfte unerlässlich.

Der Grund, weswegen die notwendigen klinischen Studien nicht durchgeführt werden, liegt daher nicht an einem mangelnden Interesse an medizinischem Cannabis, sondern viel mehr daran, dass Cannabis keine sichere Einnahmequelle für Unternehmen ist, die über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um in diese Studien  zu investieren.

Obwohl der Begriff „Arzneimittel“ rechtlich geschützt ist, ist es die Verwendung von Cannabis als Arzneimittel nicht, zumindest nicht im gleichen Maße. Deshalb gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Gebrauch von Cannabis als Medikament zu legalisieren.

 

Cannabisprodukte

2018 genehmigte das britische Parlament die ärztliche Verschreibung von medizinischem Cannabis aufgrund des öffentlichen Drucks. Jahrelang wurden Patienten, die Cannabis zur Schmerzlinderung benutzten, als Kriminelle bezeichnet. Für einige von ihnen war dies die einzige Hoffnung, ein normales Leben führen zu können, nachdem herkömmliche Medikamente nicht mehr gewirkt hatten. Der nationale Aufstand gegen die alten Gesetze, die den Konsum von Cannabis regulierten, wurde vor allem aufgrund von Geschichten vieler kranken Kinder ausgelöst. Obwohl man die Pflanze seit langer Zeit für eine psychoaktive Droge ohne medizinischen Wert gehalten hatte, beschloss die Regierung schließlich, den Menschen zuzuhören, und ließ den Verbrauch von Cannabis als verschreibungspflichtiges Medikament zu.

In Großbritannien wird medizinisches Cannabis weiterhin durch das Gesetz über den Drogenmissbrauch reguliert, CBD allerdings nicht. Dies liegt daran, dass CBD keine psychoaktive Substanz ist, und da CBD-Öl weniger als 0,2 % THC (Tetrahydrocannabinol) enthält, ist der Kauf, Besitz und Konsum von CBD in der gesamten EU legal.

Mit der Neubetrachtung von Cannabis durch die britische Regierung klärte sich auch die Legalität der Pflanze und die der Derivatprodukte, wodurch der Zugang zu Cannabis als therapeutisches Mittel erleichtert wurde.

 

Medizinisches Cannabis oder CBD-Öl?

Der Unterschied zwischen medizinischem Cannabis und Cannabisöl mit CBD hängt davon ab, wer gefragt wird. Nach Angaben der EU und der britischen Regierung sind grundsätzlich nur zugelassene Produkte „medizinisch“, das heißt, dass es nur ein medizinisches Cannabisprodukt gibt, nämlich Sativex. Bei den übrigen Produkten handelt es sich um „nicht zugelassene“ oder „spezielle“ Arzneimittel, die nur von Fachärzten und nur den Patienten verschrieben werden können, die bereits alle möglichen Behandlungsmöglichkeiten für ihre Krankheit ausprobiert haben. In Wahrheit ist der Gebrauch von medizinischem Cannabis also auf eine sehr kleine Patientengruppe beschränkt, obwohl in der Zukunft dieses natürliche Heilmittel wahrscheinlich für alle zugänglicher sein wird.

 

Cannabis in der Europäischen Union

Der europäische Markt für legale Cannabisprodukte wächst sehr schnell. In Ländern, in denen medizinisches Cannabis legalisiert wurde (einschließlich Großbritannien), steigt die Anzahl der Patienten, die es anwenden, jeden Monat um 40 %. Zurzeit ist die medizinische Cannabis-Industrie allein in Europa über 150 Millionen Euro Wert.

Doch obwohl immer mehr Länder der EU und des restlichen Europas medizinisches Cannabis legalisieren, ist der Markt nach wie vor stark reguliert. Strenge Regeln wie folgende sind zu beachten: wer darf es anbauen, verkaufen, besitzen; welche Produkte dürfen verwendet werden; wie viel kann gekauft werden; wer kann seine Verwendung, Herstellung und den Handel genehmigen, sowie viele andere Einschränkungen auf die Pflanze selbst und die daraus hergestellten Produkte.

Darüber hinaus sind nicht nur die EU-Vorschriften sehr streng, sondern auch der europäische Markt ist sehr fragmentiert, da jedes Land eigene Gesetze hat. Und obwohl die Gesetze der EU-Mitgliedstaaten geteilt und respektiert werden (mehr oder weniger), herrscht immer noch große Uneinigkeit darüber, was medizinisches Cannabis eigentlich ist. Ähnliches geschieht in den Vereinigten Staaten, wo jeder Staat seine eigenen Cannabis-Gesetze anwenden kann, obwohl es auf nationaler Ebene verboten ist. Die Vereinigten Staaten sind allerdings ein einzigartiges Beispiel einer gesetzlichen Zersplitterung, denn trotz des Cannabis-Verbots hat die Regierung ein Patent auf das therapeutische Potenzial von Cannabinoiden und hat mehrere Jahre lange ein Programm für Patienten geleitet, in dem medizinisches Cannabis in deren Krankenversicherung mit inbegriffen war.

Heute debattieren die EU-Mitgliedstaaten weiterhin darüber, ob die Gesetze zur Regulierung von medizinischem Cannabis geändert werden sollen. Die Terminologie ist hier ein Schwerpunktthema. Viele Staaten behaupten, dass medizinisches Cannabis bereits für viele Patienten verfügbar ist, obwohl damit nur die vier zugelassenen Produkte gemeint werden (nur eines in Großbritannien) und nicht die Pflanze selbst und ihre natürlichen Derivate. Leider wurde die Sitzung zur möglichen Gesetzänderung aufgrund des vollen Terminkalenders des Ausschusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit möglicherweise wegen des Brexits mehrmals verschoben.

Die Debatte zwischen den Mitgliedstaaten über die Begriffsbestimmung von „medizinischem Cannabis“ und inwiefern es sich von Cannabisprodukten unterscheidet, wird sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene geführt. Besprochen wird auch, ob die Begriffe „natürliches Heilmittel“ oder „Hanf“ ungeeignet sind, um Produkte zu bezeichnen, die theoretisch für medizinische Zwecke verwendet werden. In der Zwischenzeit müssen die Patienten einfach abwarten, bis diese Behandlungsoption akzeptiert wird.

 

Was meinen die Patienten, die medizinisches Cannabis verwenden, dazu?

Für viele Patienten, die regelmäßig Cannabis anwenden, um ihre Schmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Angstzustände, Depressionen und andere gesundheitliche Probleme und Krankheiten zu lindern, ist Cannabisöl mit CBD eine ebenso gute Option wie medizinisches Cannabis. Viele britische Patienten haben sich für Cannabis entschieden, unabhängig davon, ob es psychoaktive Wirkstoffe enthält oder nicht (THC).

Diese Wahl hat nichts mit Gesetzen zu tun, es geht einfach darum, Schmerzen zu lindern. Deshalb unterscheiden viele Patienten nicht zwischen medizinischem Cannabis und Cannabisöl mit CBD, sondern sehen Cannabis im Allgemeinen als therapeutisches Mittel.

Demnach kann Cannabisöl mit CBD genauso wie Cannabisprodukte mit THC ein Arzneimittel sein. Und obwohl THC berauschend wirken kann, ist dies nicht der Zweck seiner Einnahme. Patienten suchen nämlich nicht psychoaktive Effekte, sondern eben nur ein Mittel, um ihre Schmerzen zu lindern. Zu demselben Zweck wird auch CBD-Öl von vielen Menschen verwendet.

Somit steht für uns fest, dass, obwohl es sich laut des Gesetzes um zwei verschiedene Produkte handelt, medizinisches Cannabis und CBD-Öl ein und dasselbe sind. Und daher sollten beide gleichermaßen für jeden, der sie medizinisch anwenden will, zugänglich sein.